Essen und Getränke in Ecuador

Die comida nacional, also die nationale ecuadorianische Küche, weist europäische, insbesondere spanische Einflüsse auf, die mit regionalen Zutaten und einem nordamerikanischen Touch kombiniert werden.

Einst zählten Meerschweinchen und Lamas zu den Grundnahrungsmitteln der indianischen Ureinwohner. Das änderte sich durch die spanischen Kolonialisten, die Rinder und Schweine importierten. Lamas werden gar nicht mehr, Meerschweinchen nur noch in ländlichen Gebieten des Hochlandes verzehrt. Der Fischreichtum an der Küste bestimmt seit jeher den Speiseplan der dort lebenden Ecuadorianer.

Generell wird von den meisten Bevölkerungsschichten recht einfach und traditionell gekocht und Eintöpfe und Suppen stehen fast täglich auf dem Speiseplan. Die Sierra stellt dabei die Spitze des Suppenkonsums dar. Sowohl bei den Suppen als auch bei den Eintöpfen reicht die Auswahl der Zutaten von Fisch und Gemüse über eine allseits beliebte Hühnerbrühe bis hin zu Kartoffelvarianten mit Käse, Kochbananen und Avocados. Auch Kartoffelsuppen mit Schweinshaxe, Maniok, Reis, Zwiebeln und Gewürzen sind weit verbreitet. Die kartoffelhaltigen Suppen zählen zu den typischen Nationalgerichten.

Ein landesweit sehr beliebtes Suppengericht ist außerdem Sancocho. Für diese Spezialität werden Rind- oder Schweinefleisch mit gekochter Maniokwurzel, Kochbananen und Erbsen kombiniert. Bei allen Gerichten sei erwähnt, dass die Ecuadorianer eine Vorliebe für Koriander haben. Weiterhin wird Reis mit Huhn (pollo con arroz) oder Reis mit Rindfleisch (carne de res con arroz) sehr häufig gegessen und auch in zahlreichen Restaurants angeboten.

Zum Nachtisch gibt es meist Süßes aus Kokosraspeln und karamellisiertem Zuckerrohrsaft. Eine Spezialität der ecuadorianischen Küche ist Ceviche. Dieser köstliche Mix aus rohem Weißfisch, Shrimps, Krabben, Muscheln oder Langusten wird in Essig, Öl, Zitronen- und auch Orangensaft mariniert und meist mit Tomaten, Zwiebeln und Kräutern angerichtet. Zu den Delikatessen der Küstenregion gehört darüber hinaus die Sopa Marinera, die aus Meeresfrüchten zubereitet wird.

Zu den für europäische Gaumen doch sehr ungewöhnlichen Gerichten zählen neben gegrilltem Meerschweinchen auch Suppen aus Bullenpenis (Tronquito) oder Rinderhufen (Caldo de Pata). Als kleines Extra zu allen Mittagsmahlzeiten wird in Ecuador Aji serviert. Das ist eine Pfefferschotensoße die je nach Koch von fruchtig mild bis feurig scharf ausfallen kann.

Das Frühstück birgt kaum Überraschungen und ist mit den mitteleuropäischen Vorlieben fast identisch. Es gibt Kaffee, Brötchen, Margarine, Marmelade oder Käse sowie Eier in allen Variationen.

Gern wird auch Kaffee getrunken. Ebenso sind Kokosnussmilch sowie Bier günstige Durstlöscher. Apropos Bier: Neben Rum und Zuckerrohrschnaps ist Bier allerorts das beliebteste alkoholische Getränk. In Ecuador gibt es zwei einheimische Marken. Zum einen ein helles Pilsener und zum anderen das würzigere Club. Beide lassen sich aber nicht mit Bier europäischer oder amerikanischer Braukunst vergleichen. Der Zuckerrohrschnaps hingegen hat es in sich. Diese hochprozentige Spirituose wird bei Stadt- und Volksfesten recht billig ausgeschenkt und sollte nur in Maßen genossen werden. Guter Wein, vor allem Rotwein aus Chile, Argentinien, Kalifornien oder Spanien, ist in vielen Supermärkten erhältlich. Mit etwas Glück stößt man in kleineren Einzelhandelsgeschäften auf einen günstigen aber hervorragenden Tropfen.

Frischgepresste Säfte aus Papaya, Maracuja, Banane, Ananas oder Baumtomate sind erfrischende Alternativen. Sie werden mit Wasser oder Milch gemischt angeboten. Verzichten Sie wenn möglich auf den Wasserzusatz. Beim Kauf von Mineralwasser achten Sie bitte auf die Versiegelung am Flaschendeckel. Trinken Sie kein Wasser aus loser Abfüllung. Ganz besonders ist auch davon abzuraten, Eis am Straßenrand zu kaufen. Hier besteht erhöhte Infektionsgefahr.

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