Mexiko und seine Geschichte – ein kurzer Überblick

Nach derzeitigen Erkenntnissen liegt die erste Besiedlung Mexikos zwischen 20.000 und 22.000 Jahre zurück. Erste Spuren von Ackerbau reichen bis 1500 v. Chr. zurück. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Stadt Tlatilco durch das Volk der Olmeken.

Die Olmeken waren eines der ersten in einer langen Reihe von Völkern, die in der mexikanischen Geschichte eine Rolle spielen sollten. Am bekanntesten sind dabei sicherlich die Maya und Azteken, deren Ruinen noch heute überall in Mexiko bestaunt werden können. Beide Völker gehören ebenso wie die Olmeken und die Tolteken zu den mesoamerikanischen Kulturen, welche sich zwischen 100 und 900 n. Chr. herausbildeten. Um 1500, als die ersten spanischen Seefahrer im Gebiet des heutigen Mexiko landeten, waren die Azteken das beherrschende Volk.

Die ersten Spanier legten um 1516 auf der Halbinsel Yukatan an und waren alsbald von den Goldschätzen der dort ansässigen Hochkulturen angetan. Es dauerte nicht lange und den Spaniern gelang es, das herrschende Aztekenreich – nicht ohne Hilfe anderer indigener Völker – zu stürzen. Das eingenommene Gebiet riefen sie zu einem spanischen Vizekönigreich aus. Die spanische Oberhoheit sollte von 1521 bis 1810 dauern, als die Unabhängigkeit ausgerufen wurde. In der Zeit ihrer Herrschaft schafften die Spanier es jedoch, viele indigene Kulturen so gut wie auszurotten.

Nach der Unabhängigkeit wurde Mexiko vorerst zu einem Kaiserreich, das auch die heutigen Nachbarländer Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica umfasste. Das Kaiserreich hatte allerdings nur kurz Bestand, denn bereits ein gutes Jahr nach der Ausrufung wurde der Kaiser durch eine Militärrevolution zum Abdanken gezwungen und Mexiko wurde zur Republik erklärt. Zur gleichen Zeit lösten sich die oben genannten Nachbarländer; im Norden gehörten allerdings noch weite Teile der heutigen USA zum Staatsgebiet.

Die Vereinigten Staaten wollten die Gebiete der heutigen amerikanischen Bundesstaaten Texas und Kalifornien den Mexikanern abkaufen, diese weigerten sich aber, was dazu führte, dass die in Texas ansässigen Amerikaner im Jahr 1836 die unabhängige Republik von Texas ausriefen. 1845 annektierten die Vereinigten Staaten Texas und im Jahr darauf begannen sie mit einer Invasion der nördlichen Gebiete von Mexiko. Dies zog den Amerikanisch-Mexikanischen Krieg von 1846 bis 1848 nach sich, der damit endete, dass Mexiko im Vertrag von Guadalupe Hidalgo Teile seines Staatsgebiets an Amerika abtrat, darunter die späteren US-amerikanischen Bundesstaaten Kalifornien, New Mexico, Nevada, Arizona, Utah und Colorado.

Eine Schuldenkrise in den 1860er-Jahren führte dazu, dass sowohl britische als auch französische und spanische Truppen Teile Mexikos besetzten. Frankreich regierte für einige Jahre das Land und setzte zu diesem Zweck den Habsburger Maximilian ein. Die Mexikaner konnten mithilfe der amerikanischen Nachbarn die Franzosen vertreiben und mit der Hinrichtung Kaiser Maximilians im Jahr 1867 endete die Fremdherrschaft. Es folgten lange Jahre einer Diktatur, die 1910 in einer Revolution endeten. Zwar konnten die Revolutionäre den Diktator Porfirio Diaz stürzen, sie zerstritten sich jedoch untereinander und im Land herrschten Unruhe und politisches Chaos. Aus diesen Unruhen ging die Partei der Institutionalisierten Revolution, die PRI, als führende Kraft hervor und blieb bis zum Ende des 20. Jahrhunderts die wichtigste und alles kontrollierende Partei in Mexiko.

Das sogenannte "Mexikanische Wunder" verschaffte dem Land in den Jahrzehnten zwischen 1940 und 1970 ein starkes wirtschaftliches Wachstum und verhalf Mexiko zum Aufschwung als eines der wichtigsten Länder in der Region.

Seit Jahrzehnten herrschen in Mexiko die sogenannten "Drogenkriege" zwischen einigen der mächtigsten Drogenkartellen der Welt und der Polizei, die zahlreiche Opfer forderten und noch immer fordern. In den 1990er-Jahren durchlitt Mexiko eine innenpolitische Krise, die mit dem Aufstand der sogenannten Zapatisten ihren Anfang fand. Der bewaffnete Aufstand begann am 1. Januar 1994 im Bundesstaat Chiapas und betraf bald das ganze Land.

Der Großteil der Bevölkerung in Chiapas ist indigenen Ursprungs und es herrscht teilweise extreme Armut. Die Zapatisten, die von der Idee der Befreiung der indigenen Völker aus der europäischen Unterdrückung inspiriert sind, sahen sich von der Zentralregierung im Stich gelassen und griffen zu den Waffen. Auch wenn der Aufstand nach zwölf Tagen endete, so sind die Zapatisten bis heute aktiv. Neben ihrem Einsatz für die Rechte der indigenen Bevölkerung Mexikos und dem Erreichen einer autonomen Selbstverwaltung setzen sie sich vor allem gegen die Globalisierung und gegen neoliberale Politik ein. Eine weitere Problemzone stellt seit Jahrzehnten das Gebiet an der mexikanisch-amerikanischen Grenze dar. Die vielen illegalen Einwanderer aus dem Süden führen immer wieder zu Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko.

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