Campeche - attraktive Küstenstadt mit Historie

Campeche ist die Hauptstadt des gleichnamigen mexikanischen Bundesstaates. Sie liegt auf der Halbinsel Yucatán am Golf von Mexiko und gehört seit 1999 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Campeche
Campeche - attraktive Küstenstadt mit Historie

Die Gründung der Stadt Campeche geht auf spanische Entdecker zurück, die im Jahr 1517 mit ihren Schiffen an den Küsten der Halbinsel Yucatán entlangsegelten. Unter Führung von Francisco Hernández de Córdoba setzten die späteren Eroberer an der Stelle des heutigen Stadtgebietes zum ersten Mal den Fuß auf das Land. Damals befand sich an diesem Ort eine kleine Maya-Siedlung mit dem Namen Kaan Peech. Die Gründung einer spanischen Siedlung erfolgte erst im Jahr 1540. In Anlehnung an die alte Bezeichnung der Mayas wurde sie auf den Namen Campeche getauft. Heute erinnert eine steinerne Stele vor der Kirche Iglesia San Francisco und ein Denkmal an der Uferpromenade an den ersten christlichen Gottesdienst, der von den Spaniern zwei Tage nach ihrer Ankunft im Jahr 1517 abgehalten wurde.

Die Stadt entwickelte sich aufgrund der strategisch günstigen Lage am Golf von Mexiko innerhalb kurzer Zeit zu einem bedeutenden Handelsstützpunkt. Es wurde ein Hafen angelegt, von dem die spanischen Galeeren, beladen mit den Reichtümern aus der Neuen Welt, in die Heimat ausliefen. Es entstand ein schwunghafter Handel mit Holz und landwirtschaftlichen Produkten, was der Stadt Campeche materiellen Wohlstand bescherte. Der Reichtum der Küstenstadt weckte ab dem 17. Jahrhundert Begehrlichkeiten bei Freibeutern und in der Folge wurde die Stadt häufig von Piratenüberfällen heimgesucht. Der schwerste Angriff erfolgte im Jahr 1663, als die Stadt nahezu vollständig zerstört wurde. Dieses Ereignis nahm das spanische Königshaus zum Anlass, Campeche durch eine wehrhafte Verteidigungsanlage zu schützen. Es wurde eine gewaltige Schutzmauer mit Wachtürmen um die Stadt errichtet, die im Jahr 1688 fertiggestellt war. Als die Mauer in späteren Jahrhunderten überflüssig wurde, wurde sie abgetragen und die Steine fanden als Baumaterial bei der Errichtung von Wohngebäuden Verwendung. Übrig blieben die Festungen, die heute als Museum hergerichtet und für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Campeche ist heute eine attraktive Küstenstadt, deren historischer Stadtkern mit den Festungsanlagen zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Am Ufer zieht sich eine breite Promenade entlang, die ein beliebter Treffpunkt der Einheimischen ist. Hier wird in den Abendstunden flaniert und tagsüber tummeln sich Jogger, Radfahrer und Inlineskater auf dem Uferweg. Die Museen in den alten Verteidigungsanlagen dokumentieren anhand vieler Exponate die Geschichte der Stadt. Es werden Utensilien von Piraten und Ausrüstungsgegenstände der Verteidiger ausgestellt. Darüber hinaus können Sie eine Vielzahl von Kanonen bewundern, die aus der Zeit der Piratenübergriffe stammen. In Erinnerung an die bewegte Vergangenheit von Campeche findet immer sonntags eine aufwendig inszenierte Piratenshow statt, bei der Kanonen abgefeuert und Kampfszenen nachgestellt werden. Das eindrucksvollste Bauwerk von Campeche ist die Kathedrale, die erst nach einer 200-jährigen Bauzeit fertiggestellt wurde. Die Grundsteinlegung erfolgte im Jahr 1650. Ein besonderes Merkmal der Kathedrale ist der schwarze Marmorfußboden im Innenbereich.

Einen faszinierenden Kontrast zur Kolonialarchitektur großer Teile des Stadtgebietes bilden die modernen Verwaltungsgebäude von Campeche. Hier befindet sich der Sitz der Verwaltung des gleichnamigen mexikanischen Bundesstaates. Die Architektur mutet futuristisch an und ist ein eindrucksvolles Beispiel für den Baustil der lateinamerikanischen Moderne. Kulturinteressierte Besucher können dem Museo Arqueológico einen Besuch abstatten. Dort werden zahlreiche Artefakte und Reliquien ausgestellt, die bei archäologischen Ausgrabungen im Bundesstaat Campeche zutage gefördert wurden. Zu den wertvollsten Stücken gehören prähistorische Grabmasken aus Jade. Eine grüne Oase in der Stadt ist der botanische Garten im Baluarte de Santiago. Dort wandeln Sie auf herrlich angelegten Wegen durch eine üppige Vegetation und erhalten einen Einblick in die Flora der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Im historischen Stadtzentrum locken kleine Restaurants mit erlesenen Köstlichkeiten der mexikanischen Küche. Bedingt durch die Nähe zum Meer werden schmackhafte Fischgerichte und originell zubereitete Kreationen aus verschiedenen Meeresfrüchten angeboten.

TOP