Chichén Itzá - großer Fundort der Maya-Kultur

Die Ruinen von Chichén Itzá zählen zu den bedeutendsten Hinterlassenschaften der Maya-Kultur auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Seit 1988 gehören sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Mexiko Chichén Itzá
Mexiko Chichén Itzá - bedeutender Fundort der Maya-Kultur

Bei den Ruinen von Chichén Itzá handelt es sich um den bedeutendsten Fundort alter Maya-Kultur auf der Halbinsel Yucatán. Das Areal der Ausgrabungsstätte erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 1.500 Hektar. Im Zentrum erheben sich monumentale Bauten, denen ein politisch-religiöser Hintergrund zugeordnet wird. Eindrucksvoll erhebt sich eine gewaltige Stufenpyramide im Mittelpunkt der Gebäudeansammlung. Sie wird umgeben von ausgedehnten Wohnkomplexen, die einst der Oberschicht als Wohnort dienten. Chichén Itzá erlebte nach Erkenntnissen der Wissenschaft zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert seine Blütezeit. Die Stadt besaß damals eine große überregionale Bedeutung. Die Fundstätte bezieht ihre Einzigartigkeit aus der Existenz unterschiedlicher Architekturstile auf verhältnismäßig eng begrenztem Raum. Neben Bauformen im Puuc-Stil erheben sich Gebäude, die charakteristische Merkmale des toltekischen Baustils aufweisen.

Die ersten Berichte über die Maya-Stadt Chichén Itzá stammen von spanischen Eroberern aus dem 16. Jahrhundert. Der Überlieferung zufolge sollen sie eine kleine Siedlung in der Stadt errichtet haben, die später wieder aufgegeben wurde. Mit den ersten Grabungen auf dem Areal wurde im Jahr 1875 begonnen. Die Carnegie Institution of Washington intensivierte gemeinsam mit mexikanischen Archäologen ab 1924 die Bemühungen, die alten Ruinen freizulegen. Die Arbeiten bildeten den Grundstein für eine Rekonstruktion der geschichtlichen Abläufe, als Chichén Itzá noch ein kulturelles Zentrum der Mayas war. Damals wurden neben der Stufenpyramide zahlreiche Tempel, Wohnhäuser und Plattformen freigelegt. Das Areal besitzt eine unterschiedliche Dichte der Bebauung. Es gibt Bereiche mit eng beieinanderstehenden Gebäuden aus Stein, die von Gebieten umgeben sind, auf denen keine Bebauung nachgewiesen werden konnte. Wissenschaftler nehmen an, dass diese Zonen für den Anbau von Nutzpflanzen genutzt wurden. Die bebauten Bereiche sind durch mehr als 70 gepflasterte Straßen miteinander verbunden.

Die außergewöhnliche Architektur ist das wesentliche Merkmal der Maya-Stadt Chichén Itzá. Bis in die Gegenwart konnte der Bestimmungszweck mancher Gebäude nicht entschlüsselt werden. Die Mehrzahl der Gebäude wurde aufwendig restauriert und steht heute dem Besucherverkehr offen. Weitere Bauwerke verstecken sich noch immer in den Tiefen des dichten Waldes. Zu den auffälligsten Gebäuden zählen die pyramidenähnlichen Steinmonumente, die an den Seiten mit Treppen versehen sind. Die Innenräume erinnern an große Hallen. Sie dienten vorrangig religiösen Zwecken. Daneben erheben sich auf mehrstufigen Plattformen gewaltige Tempelgebäude, von denen der sogenannte Kriegertempel zu den Bekanntesten gehört. Der Tausend-Säulen-Komplex ist ein eindrucksvolles architektonisches Meisterwerk. Er besteht aus mehreren Säulenhallen, die mit Reliefdarstellungen verziert wurden. Der Komplex diente als Versammlungsort für Menschen gleichen Ranges und gesellschaftlicher Position. Einen großen Bereich nehmen in Chichén Itzá die Ballspielplätze ein. Dem Ballspiel kam eine zentrale Position im Leben der Mayas zu. Gespielt wurde mit einem massiven Kautschukball und die Spieler mussten sich beim Ballspiel mit entsprechender Lederbekleidung gegen den harten Aufprall des Spielgerätes schützen.

Die Erkenntnisse über die Bedeutung vieler Maya-Rituale sowie über die Lebensweise der alten Völker stammen aus Inschriften und Reliefarbeiten, die bei den Ausgrabungen gefunden wurden. Teilweise sind sogar farbige Darstellungen an Säulen und Mauern erhalten geblieben. Chichén Itzá ist in der heutigen Zeit die bekannteste Ausgrabungsstätte der Maya-Kultur nach Teotihuacán. Sie ist Publikumsmagnet und zieht Touristen aus der ganzen Welt an. Die Innenräume der meisten Gebäude dürfen von den Besuchern nicht betreten werden. Dessen ungeachtet hinterlässt der Anblick der gewaltigen Bauwerke bei den Besuchern der Anlage einen nachhaltigen Eindruck. Chichén Itzá ist durch die Lage auf der Halbinsel Yucatán schnell zu erreichen, wenn Sie an der Riviera Maya einen Badeurlaub verbringen. Darüber hinaus bildet ein Besuch der Ausgrabungsstätte einen festen Bestandteil jeder Rundreise durch Mexiko. Das Areal diente bereits als Veranstaltungsort für musikalische Großereignisse, was stets zu Protesten Anlass gab, da die Open-Air-Konzerte inhaltlich nichts mit der Bedeutung der Ruinenstätte zu tun hatten.

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