Essen und Getränke in Peru

Die peruanische Küche ist das Resultat zahlreicher unterschiedlicher Einflüsse. Viele Gerichte basieren noch heute auf traditionellen Rezepten und Zutaten der Inka-Küche.

Peru Essen und Getränke
Peru Essen und Getränke - Eintopfgericht aus Lima

In den Gerichten der peruanischen Küche spiegeln sich die Einflüsse verschiedener Kulturen und Zeitepochen wider. Basierend auf der traditionellen Inka-Küche sind die Essgewohnheiten in dem südamerikanischen Land äußerst vielseitig und abwechslungsreich. In der Kolonialzeit wurde die Küche durch spanische und portugiesische Einflüsse dominiert. Ab dem 19. Jahrhundert mischten sich verschiedene Elemente internationaler Gerichte in die peruanische Küche, die mit Einwanderern aus China, Afrika, Japan und Europa nach Südamerika gelangten. Peru gilt als Heimat der Kartoffel und neben Mais gehören die Erdäpfel seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Zahlreiche Gerichte basieren auf diesen pflanzlichen Zutaten. Darüber hinaus spielte seit jeher die anspruchslose Quinoa-Pflanze eine große Rolle in der Ernährung. Dabei handelt es sich um eine getreideähnliche Pflanze, bei der sowohl die mineralstoffreichen Blätter als auch die eiweißhaltigen Samen verwendet werden.

Fleischgerichte spielen in Peru traditionell eine untergeordnete Rolle. Die Viehzucht beschränkt sich zum überwiegenden Teil auf Lamas, Alpakas und Meerschweinchen. Die kleinen Nagetiere besitzen in dem südamerikanischen Land einen hohen Wert als Nutztiere. Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als 60 Millionen Tiere pro Jahr in Peru verzehrt werden. Lamas liefern neben Fleisch zusätzlich Wolle, Fett und Leder. Die großen Unterschiede in der Topografie und das damit verbundene Angebot an Nahrungsmittel begünstigte das Entstehen zahlreicher regionaler Kochgewohnheiten. In der Küstenregion dominieren frischer Fisch und Meeresfrüchte die Speisekarte. Seebrassen, Tintenfische, Muscheln und Langusten gehören zu den meistverwendeten Zutaten. Im Hochland der Anden liegt die Heimat vieler Kartoffelgerichte und im Amazonasgebiet bilden die Früchte des Regenwaldes und Süßwasserfische die Nahrungsgrundlage. Darüber hinaus spielen zahlreiche Gemüsesorten eine große Rolle bei der Herstellung frischer Mahlzeiten.

Im Norden und im Zentrum des Landes wird die peruanische Küche stark von Einwanderern geprägt. Reis wird in diesen Regionen häufig als Beilage verwendet. In der peruanischen Hauptstadt Lima wird an zahlreichen Straßenständen die landestypische Spezialität Anticuchos angeboten. Dabei handelt es sich um marinierte Rinderherzen, die über offenem Feuer gegrillt und mit Kartoffeln oder Maisfladen serviert werden. Das Gericht ist sowohl als Fingerfood als auch als vollwertige Mahlzeit in den Restaurants erhältlich. Zum Frühstück essen viele Peruaner die sogenannten Tamales. Das Gericht besteht aus einem Maisteig mit Fleisch oder Käse, der in ein Bananenblatt eingewickelt wird. Ein weiteres populäres Gericht wird als Papas a la Huancaina bezeichnet und setzt sich aus gekochten Kartoffelscheiben zusammen, die auf Salatblättern angerichtet und mit einer würzigen Käsesoße serviert werden. Große Bedeutung besitzen in der peruanischen Küche frische Früchte. Papayas erreichen in den tropischen Vegetationszonen nicht selten die Größe einer mittleren Wassermelone. Der Fruchtsaft wird mit Limonensaft verfeinert und gehört zu den beliebtesten Getränken im Land.

Im Hochland der Anden wird die Küche traditionell von Mais und Kartoffeln geprägt. Als Fleischlieferanten dienen Lamas und Meerschweinchen. Schweine und Schafe werden selten gehalten und müssen importiert werden. Das populärste Gericht dieser Region trägt den Namen Pachamanca und wurde früher bei festlichen Anlässen zubereitet. Dabei handelt es sich um einen Eintopf aus Gemüse und Kräutern mit vielen unterschiedlichen Fleischsorten. Die Suppe wird auf unterschiedliche Arten zubereitet. Bei der traditionellen Variante wird der Topf mit dem kochenden Inhalt in Bananenblätter eingehüllt und in einem tiefen Erdloch versenkt, wo die Zutaten gegart werden. Als Süßwasserfisch der klaren Gebirgsflüsse spielt die Forelle in einigen Regionen der Anden eine wichtige Rolle als Nahrungsmittel. Die Fische werden in eigens angelegten Teichen gezüchtet. Zu den Gerichten mit langer Tradition gehört Cuy Chactado. Dabei handelt es sich um gebratenes Meerschweinchen, das mit Kartoffeln und unterschiedlichen Beilagen serviert wird.

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