Peru und seine Geschichte

Die ältesten Zeugnisse menschlicher Besiedlung stammen in Peru aus der Zeit zwischen 20.000 und 10.000 v. Chr. Dabei handelt es sich um Höhlenzeichnungen in der Nähe der Stadt Ayacucho, die im Jahr 1957 entdeckt wurden.

Peru Geschichte
Peru Geschichte - Tempel des Sun in Machu Picchu

Um 40.000 v. Chr. wanderten Menschen über die Landbrücke an der Beringstraße aus Asien auf dem amerikanischen Kontinent ein. Etwa 20.000 Jahre später wurde Südamerika und das Gebiet des heutigen Perus besiedelt. Aus dieser Zeit stammen mit den Höhlenmalereien bei Ayacucho die frühesten Zeugnisse menschlicher Schaffenskraft. Um das Jahr 3.200 v. Chr. existierte in Peru die sogenannte Norte-Chico-Kultur. Damals entstanden die ältesten bisher bekannten Monumentalbauten in Sechin Bajo. Im Jahr 1992 entdeckten Forscher in diesem Areal Stufenpyramiden, breite Prozessionsstraßen und Wohngebäude dieser Kultur. Die älteste Stadt auf dem amerikanischen Kontinent wurde im Jahr 1996 ebenfalls in Peru gefunden. In Caral wurde eine Stufenpyramide ausgegraben, deren Entstehung auf das Jahr 2.627 v. Chr. datiert wurde.

Das Hochland der Anden und die Küstenregionen Perus wurden in der Folge von mehreren Hochkulturen bevölkert. Unter ihnen befanden sich die Paracas-Kultur, die Nazca-Kultur und das Reich der Inkas. Letztere gehört zu den bekanntesten Kulturen Südamerikas. Ihren organisatorischen und militärischen Fähigkeiten verdanken die Inkas den Aufbau eines riesigen Reiches, das zwischen 1430 und 1532 seine Blütezeit erlebte. Als die Spanier zu Beginn des 16. Jahrhunderts den amerikanischen Kontinent eroberten, herrschte im Reich der Inkas Bürgerkrieg und durch die Gesellschaft verliefen tiefe Gräben. Francisco Pizarro beendete mit seiner Landung an der peruanischen Küste im Jahr 1532 die Herrschaft der alten Hochkulturen auf dem Gebiet des heutigen Perus.

Am Strand des heutigen Tumbes landeten damals die spanischen Eroberer unter Führung von Francisco Pizarro. Die späteren Kolonialherren profitierten von den Streitigkeiten um die Thronfolge im Inkareich und in der Schlacht von Cajamarca wurde der damalige Herrscher unterworfen und im Jahr 1533 hingerichtet. Die einstige Hauptstadt der Inkareiches mit dem Namen Cusco wurde von den Spaniern ein Jahr später besetzt. Am 18. Januar 1535 gründete Pizarro mit Lima die heutige Hauptstadt Perus. Die Eroberung des Inkareiches war von blutigen Auseinandersetzungen geprägt. Die Gier nach Gold und Macht führte unter den spanischen Eindringlingen zu Zwistigkeiten. Francisco Pizarro wurde im Zuge dieser Konfrontationen 1541 in seinem Palast in Lima von einem einstigen Kampfgefährten ermordet.

Im Jahr 1542 wurde von der spanischen Krone das Vizekönigreich Peru mit Lima als Hauptstadt gegründet. Bis auf Brasilien wurden nahezu alle Länder Südamerikas unter dem Dach dieses Königreiches vereinigt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Peru Mittelpunkt der spanischen Kolonialverwaltung. Das Jahrhundert nach der Einrichtung des Vizekönigreiches war vom dramatischen Niedergang der ansässigen Indianer geprägt. Eingeschleppte Infektionskrankheiten und Zwangsarbeit dezimierten die Bevölkerung von einst rund 14 Millionen auf weniger als 800.000 Einwohner. In den folgenden Jahrhunderten wurde Lima zur bedeutendsten Stadt des südamerikanischen Kontinents ausgebaut und erhielt den Beinamen Stadt der Könige.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden in zahlreichen Ländern Südamerikas Unabhängigkeitsbewegungen, die eine Befreiung von der Kolonialherrschaft zum Ziel hatten. Peru blieb im Gegensatz zu anderen Ländern vergleichsweise ruhig und stabil. Ab 1819 wurde von Chile und Argentinien aus die Befreiung Perus von der Kolonialherrschaft der Spanier geplant. Im Jahr 1820 wurden zunächst der Norden und der zentrale Küstenbereich befreit. Die Unabhängigkeit wurde im Jahr 1821 verkündet, obwohl sich Perus Süden und das zentrale Hochland der Anden noch unter spanischer Kontrolle befanden. Im Dezember 1824 kapitulierte schließlich das königliche Heer in der Schlacht von Ayacucho und die spanische Kolonialherrschaft war beendet.

Die folgenden Jahrzehnte waren von etlichen Konflikten mit den Nachbarstaaten geprägt, in deren Zentrum häufig Streitigkeiten um den Grenzverlauf standen. Dabei ging es vorrangig um bodenstoffreiche Regionen im Süden Perus und um den Zugang zum Amazonasgebiet. Im sogenannten Salpeterkrieg zwischen 1879 und 1884 kämpften die verbündeten Länder Peru und Bolivien gegen den südlichen Nachbarn Chile. Im Jahr 1941 verschärfte sich der Konflikt mit dem nördlichen Nachbarn Ecuador. Damals eroberte Peru Teile des Amazonasgebietes. Im Oktober 1968 übernahm das Militär nach einem Putsch in Peru die Macht. Die ersten freien Wahlen fanden im Jahr 1980 statt. Bis in die späten 90er Jahre litt das südamerikanische Land stark unter den Auswirkungen von Drogenhandel und Terrorismus. Im Jahr 2001 wurde mit Alejandro Toledo erstmals ein Präsident indianischer Herkunft zum peruanischen Staatsoberhaupt gewählt. Nach Korruptionsvorwürfen und zahlreichen Skandalen wurde er im Jahr 2006 nach einer Amtszeit abgewählt.

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