Cuzco - ein Inka-Imperium

Cuzco ist eine peruanische Großstadt im zentralen Hochland der Anden, die als Hauptstadt des Inka-Reiches in die Geschichte einging und deren historisches Zentrum zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Cuzco
Cuzco - ein Inka-Imperium

"Nabel der Welt" bedeutet die Bezeichnung Cuzco in der Sprache Quecha und der Name weist auf die einstige Bedeutung der Metropole in den Anden hin. Cuzco liegt auf einer Höhe von 3.416 Metern über dem Meeresspiegel und besitzt rund 350.000 Einwohner. Die Stadt gehört zu den populärsten Sehenswürdigkeiten Perus und bezieht ihren Reiz aus der langen wechselvollen Geschichte. Das genaue Gründungsdatum von Cuzco ist nicht überliefert. Die Legende berichtet, dass der erste Angehörige des Inkavolkes Manco Capac gemeinsam mit seiner Schwester Mama Ocllo die Stadt um das Jahr 1200 gegründet haben soll. Detaillierte Überlieferungen existieren erst seit dem 15. Jahrhundert. Damals stieg Cuzco zum wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zentrum des Inka-Imperiums auf. Die spanischen Eroberer beendeten die Herrschaft der Inkas in Peru und Cuzco wurde im Zuge bewaffneter Auseinandersetzungen im Jahr 1535 nahezu vollständig zerstört.

Die Inkaruinen im Stadtzentrum von Cuzco gehören zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in der Großstadt. In der sogenannten Gasse der sieben Schlangen reihen sich Steine aneinander, die mit Schlangen verziert sind. Die Schlange stand in der Inkakultur als Symbol für Weisheit. Einige Mauerreste des Sonnentempels können Sie ebenfalls in Cuzco bewundern. Dieser Tempel war das wichtigste religiöse Bauwerk der Inkakultur. Ein eindrucksvolles Beispiel für die vollendete Technik des Trockenbaus zur Zeit der alten Hochkultur ist die Mauer des einstigen Herrscherpalastes. Damals wurden gewaltige Steine fugenlos und überaus präzise zusammengefügt. Der bekannteste Stein in der Mauer besitzt insgesamt 12 Ecken. Oberhalb des Stadtgebietes erhebt sich die alte Festungsruine Sacsayhuaman, die einen architektonischen Vorgeschmack auf die Inkaruinen in "Machu Picchu" gibt. Die Inkafestung bestand aus riesigen Granitblöcken, die fugenlos aneinandergefügt wurden. Nach der Ankunft der Spanier wurde das Bauwerk als Steinbruch genutzt, um Wohnhäuser und Kirchen aus dem Material zu errichten.

Mit der Kathedrale von Cuzco entstand zwischen 1560 und 1664 das eindrucksvollste Gotteshaus der heutigen Großstadt. Beim Bau kamen Abbruchsteine aus rotem Granit zum Einsatz, die von der alten Inkafestung stammten. Die Fassade der Kirche wurde im Renaissancestil gestaltet, während der Innenraum im barocken Stil umgestaltet wurde. Ein reizvolles Beispiel neuzeitlicher Kolonialarchitektur ist das Stadtviertel San Blas. Das malerische Viertel der Kunsthandwerker ist von engen, steil ansteigenden Gassen durchzogen. Prächtige Kolonialbauten mit reichen Verzierungen an den Fassaden säumen die Straßenränder. Es gibt zahlreiche kleine Geschäfte und Plätze. Im Stadtviertel San Blas befindet sich darüber hinaus die älteste Kirche von Cuzco. Ein überaus wertvolles religiöses Relikt befindet sich in der Klosterkirche La Merced, die im Jahr 1600 eingeweiht wurde. Die 22 Kilogramm schwere Monstranz besteht aus Gold und ist mit über 1.500 Diamanten, Perlen und anderen Edelsteinen verziert.

Weitere Inkaruinen befinden sich in der näheren Umgebung der Stadt. Ein Wasserheiligtum, bei dem sich das Wasser über terrassenförmige Ebenen ergießt, ist Tambo Machay. Dabei soll es sich um ein Bad oder eine rituelle Reinigungsstelle der Inkas handeln. Ein Festplatz mit einem gewaltigen Kalkstein, der vermutlich zu Kultzwecken genutzt wurde, trägt die Bezeichnung Kenko. Hinter den Felsen führt ein schmaler Gang und auf dem Gipfel des Berges befindet sich eine Art astronomische Beobachtungsstation, mit deren Hilfe die Sonnenwende datiert werden konnte. Neben den Überresten der bewegten Vergangenheit besitzt Cuzco ein lebhaftes Stadtzentrum. Die Metropole lebt vorwiegend vom Tourismus und die Stadtväter unternehmen große Anstrengungen zum Ausbau der Infrastruktur. Von diesen Maßnahmen blieb die historische Altstadt aus Denkmalsschutzgründen nahezu vollständig verschont. Zahlreiche folkloristische Veranstaltungen finden täglich in den Lokalen und Bars der Stadt statt. Sie geben Ihnen einen Einblick in die Trachtenmode und die traditionellen Tänze der indigenen Volksgruppen, die im Hochland der Anden beheimatet sind.

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