Lima – die Hauptstadt Perus

Lima ist die Hauptstadt Perus und liegt in einer trockenen Region im Küstenstreifen am Pazifischen Ozean. Die historische Altstadt der Millionenmetropole wurde im Jahr 1991 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

Lima
Lima - die Hauptstadt Perus, der Inkamarkt

Mit rund 7,6 Millionen Einwohnern gehört Lima zu den größten Städten Südamerikas. Die Metropole liegt an der Westflanke der Anden am Ufer des Flusses Rio Rimac. Der Fluss entspringt im Hochland der Anden und besitzt eine große Bedeutung für die Trinkwasserversorgung der Stadt. Er wird von den Gletschern des zentralperuanischen Andenmassivs gespeist und sein Wasser besitzt eine hohe Qualität. Obwohl Lima geografisch in der tropischen Klimazone liegt, sorgt der Einfluss des Humboldtstromes im Pazifischen Ozean für wüstenähnliche Verhältnisse entlang der Küste. Mit durchschnittlich nur 13 Millimetern jährlich fällt die Niederschlagsmenge in der peruanischen Hauptstadt äußerst gering aus. Das kalte Wasser der pazifischen Strömung führt in den Wintermonaten zur Bildung von ausgeprägtem Küsten- und Hochnebel. Zwischen Mai und Oktober ist Lima häufig von Nebel eingehüllt.

Die Gründung der Stadt erfolgte im Jahr 1535 durch den spanischen Eroberer Francisco Pizarro. Der Spanier landete im Jahr 1532 an der Küste Perus und unterwarf bei seinen folgenden Eroberungszügen die Inkas. Zahlreiche Indios wurden versklavt und gezwungen, beim Aufbau der Stadt mitzuwirken. Im Jahr 1542 gründeten die Spanier das Vizekönigreich Peru, in dessen Mittelpunkt die Hauptstadt Lima stand. Damals war die heutige Metropole die bedeutendste Stadt auf dem südamerikanischen Kontinent. Die erste Universität des gesamten amerikanischen Kontinents wurde 1551 im Dominikanerkloster Nuestra Señora del Rosario in Lima gegründet. Die Stadt wurde zum Zentrum der Unterdrückung gegen die indigene Bevölkerung und wuchs durch den Zustrom an Edelmetallen, die von den Inkas erbeutet wurden, beständig an. Die katholische Kirche ging mit der Inquisition rigoros gegen die alten Sitten und Gebräuche der peruanischen Ureinwohner vor. Im Zuge der Unabhängigkeitsbewegung wurde Lima im Jahr 1821 zur Hauptstadt von Peru.

Ein architektonisches Kleinod aus der Kolonialzeit ist die historische Altstadt von Lima. Die Straßen wurden nach dem Schachbrettmuster angelegt und werden von prachtvollen Kolonialbauten aus dem 16. und 17. Jahrhundert gesäumt. Die UNESCO erklärte das Stadtzentrum von Lima im Jahr 1991 zum Weltkulturerbe. Prunkvoller Mittelpunkt des reizvollen architektonischen Gesamtkunstwerkes ist die Kathedrale, die zwischen 1535 und 1625 in einer 90-jährigen Bauzeit errichtet wurde. Gemeinsam mit der anliegenden Klosteranlage gehört die Kirche zu den reizvollsten Gebäudeansammlungen aus der Kolonialzeit in Südamerika. Im Inneren des Gotteshauses befindet sich ein Glassarg, der der Überlieferung nach die sterblichen Überreste von Francisco Pizarro beinhalten soll. Prächtige Gebäude im Altstadtzentrum künden noch heute vom Glanz des einstigen Vizekönigreiches. Neben der Kirche La Merced, die eine bedeutende Gemälde- und Skulpturensammlung aus der Kolonialzeit beherbergt, gehören das Haus Aliaga und das Palais des Torre Tagle zu den eindrucksvollsten Beispielen kolonialzeitlicher Architektur in der peruanischen Hauptstadt.

Daneben zählen Bauwerke späterer Bauzeit zu den populärsten Sehenswürdigkeiten in der Stadt. In der Nähe der Plaza de Armas erheben sich der Präsidentenpalast aus dem Jahr 1938, das Rathaus und mehrere Kirchen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Das Palais des Erzbischofs wurde im neokolonialen Stil errichtet und beeindruckt mit schmuckvollen Holzbalkonen und prächtigen Arkaden. Mit dem sogenannten magischen Wasserkreis besitzt Lima eine neuzeitliche Attraktion, die im Jahr 2007 eingeweiht wurde. Dabei handelt es sich um eine riesige Ansammlung von Springbrunnen und Fontänen, die in einer gepflegten Parkanlage liegen. Nachts werden die Wasserspiele mit einem ausgeklügelten Beleuchtungssystem wirkungsvoll in Szene gesetzt. Besonders stimmungsvoll geht es im Stadtviertel Barranco zu, das für sein buntes Nachtleben bekannt ist. In den engen verwinkelten Gassen drängen sich Bars und Lokale aneinander, in denen einheimische Bands und Künstler auftreten. Die bekannteste Grünanlage in Lima ist der Universitätspark, der von einem Netz an Spazierwegen durchzogen wird und in unterschiedliche Bereiche eingeteilt ist.

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