Machu Picchu - Ruinenstadt der Inkas

Machu Picchu ist eine Ruinenstadt im Hochland der Anden, die von den Inkas im 15. Jahrhundert erbaut wurde und sich terrassenförmig in einer Höhe von mehr als 2.300 Metern auf einem Bergrücken entlangzieht.

Peru Machu Picchu
Machu Picchu - Ruinenstadt der Inkas

Die Ruinen der Inkastadt Machu Picchu gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO und sind eine der meistbesuchten Touristenattraktionen in Südamerika. Die Entstehung der Höhensiedlung geht auf den Inkaherrscher Pachacutec Yupanqui zurück, der zur Mitte des 15. Jahrhunderts die Errichtung angeordnet haben soll. Auf ihn geht unter anderem der Inkakult um den Sonnengott Inti zurück. Die gut erhaltene Ruinenstadt umfasst 216 Steingebäude, die auf mehreren Terrassen auf einem Bergrücken liegen. Treppen überwinden die Höhenunterschiede innerhalb der Stadt. Der gute Erhaltungszustand von Machu Picchu erlaubt bis heute einen umfassenden Einblick in das Leben der Inkas im 15. Jahrhundert. In der Blütezeit sollen rund 1.000 Menschen in der Stadt gelebt haben. Den Namen erhielt die Inkasiedlung nach einem der Berggipfel, die die Stadt umgeben. Die ursprüngliche Bezeichnung ist bis heute unbekannt.

Historische Aufzeichnungen oder Überlieferungen über Machu Picchu existieren nicht und über den Zweck der Höhensiedlung herrscht bis heute weitestgehend Unklarheit. Vermutungen darüber beruhen auf den archäologischen Funden, die im Stadtgebiet von Machu Picchu gemacht wurden. Auf dem Areal wurden mehr als 50 Grabstätten entdeckt. Dieser Fund gab den Forschern Anlass zu der Annahme, dass es sich bei der Stadt um eine religiöse Zufluchtsstätte für die Angehörigen der alten Hochkultur gehandelt haben könnte. Im Zuge des Bürgerkrieges, der die Gesellschaft der Inkas noch zur Ankunft der Spanier im Jahr 1532 spaltete, soll die Höhensiedlung an Bedeutung verloren haben und aufgegeben worden sein. Andere Theorien gehen davon aus, das die Eroberung Perus durch die Spanier den Bauarbeiten an der Stadt ein Ende gesetzt haben sollen. Gegen diese Annahme spricht der archäologische Befund, der belegt, dass es sich bei Machu Picchu um eine voll funktionsfähige Siedlung mit Wasserversorgung, Tempelanlagen und Bodenentwässerung gehandelt hat.

Als offizieller Zeitpunkt der Entdeckung von Machu Picchu wird heute das Jahr 1911 angegeben, obwohl Aufzeichnungen aus früherer Zeit belegen, dass die Existenz der Inkastadt lange vor dem 20. Jahrhundert bekannt gewesen ist. Als Machu Picchu von einer Expedition wiederentdeckt wurde, war die Siedlung vollständig überwuchert. Mit der Freilegung der Ruinen wurde im Jahr 1912 begonnen. Zum Vorschein kamen gut erhaltene Gebäude, Entwässerungssysteme und Tempelanlagen. Im Sonnentempel befinden sich eine Sonnenuhr und mehrere steinerne Artefakte, die dem Sonnenkult zugeordnet werden. Einige Gebäude konnten als königliche Residenz identifiziert werden, andere dienten der Bevölkerung als Wohnstätte. Außerhalb des Stadtgebietes liegen terrassenförmig angelegte Regionen, die landwirtschaftlich genutzt wurden und der Versorgung der Bevölkerung dienten. Von Machu Picchu führen Inkapfade in die einstige Hauptstadt des Inka-Imperiums nach Cuzco und in andere Städte. Die Wege sind noch heute nahezu vollständig erhalten.

Machu Picchu gehört zu den Hauptattraktionen Perus. Die Stadt liegt in einer schwer zugänglichen Bergregion, in die keine Straßen führen. Sie erreichen die Inkasiedlung mit der Bahn von Cuzco aus. Die Bahnlinie endet in einem kleinen peruanischen Dorf unterhalb des Bergrückens. Die letzten acht Kilometer können Sie auf einer Serpentinenstraße zu Fuß oder mit dem Bus zurücklegen. Eine weitere Möglichkeit, Machu Picchu einen Besuch abzustatten, bietet sich Ihnen im Rahmen eines mehrtägigen Trekking-Abenteuers, das Sie auf alten Inkapfaden von Cuzco bis nach Machu Picchu führt. Dabei passieren sie einige hohe Pässe über dem Urubamba Tal und gelangen schließlich an das Sonnentor, das sich in der Nähe der Ruinenstadt befindet. Seit 1983 gehört Machu Picchu zum UNESCO-Weltkulturerbe und wird täglich von etwa 2.000 Menschen besucht. Die UNESCO ist bestrebt, die Zahl der Besucher deutlich zu reduzieren, um die Ruinenstadt nicht zu gefährden. Der Bau einer Seilbahn vom Fuß des Berges zum Weltkulturerbe konnte bisher verhindert werden.

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