Ollantaytambo - alte peruanische Hochkultur

Ollantaytambo ist eine ehemalige Inkastadt im Süden Perus, die ein eindrucksvolles Beispiel städtebaulicher Planung der alten peruanischen Hochkultur darstellt.

Ollantaytambo
Ollantaytambo - alte peruanische Hochkultur

Die Inkastadt Ollantaytambo liegt rund 60 Kilometer von der Hauptstadt des Inka-Imperiums Cuzco entfernt im Hochland der Anden auf einer Höhe von 2.792 Metern über dem Meeresspiegel. Der Überlieferung zufolge soll der Inkagott Viracocha die Anleitung zur Planung und zum Bau der Stadt gegeben haben. Das Stadtgebiet von Ollantaytambo erstreckt sich entlang des Flusses Urubamba. Die Gründung der Stadt datiert auf das 15. Jahrhundert. Sie gehört bis heute zu den ältesten kontinuierlich bewohnten Siedlungen auf dem Südamerikanischen Kontinent. Die Terrassen und die engen Gassen der Stadt sind in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten und einige Gebäude werden noch bewohnt. Dominiert wird Ollantaytambo von einem festungsähnlichen Komplex auf der dem Berg zugewandten Seite. Die strategisch günstige Lage ermöglichte einen Überblick über das gesamte Tal. Hinter die wehrhaften Mauern zog sich der Inkaherrscher Manco Cápac II. nach der Eroberung der Hauptstadt Cuzco durch die Spanier zurück und sammelte die verbleibenden Truppen um sich.

Der Grundriss der Ansiedlung entspricht einem wohldurchdachten Raster und ist ein Beleg für die städtebauliche Planungskunst der alten Hochkultur. Vier breite Straßen werden von sieben parallel verlaufenden Straßen gekreuzt. Im Zentrum befindet sich ein großer Platz, der von Hallen und Wohnblöcken umgeben ist. Sämtliche Blöcke im südlichen Bereich des Stadtgebietes wurde nach dem gleichen Schema errichtet. Jeder bestand aus vier einräumigen Gebäuden, die einen kleinen Innenhof begrenzten. Im nördlichen Bereich der Stadt sind die Gebäudestrukturen vielfältiger. Allerdings sind sie aufgrund des schlechteren Erhaltungszustandes nicht mehr eindeutig zu rekonstruieren. Im westlichen Bereich von Ollantaytambo befindet sich in der als Araqhama bezeichneten Stadtverlängerung ein großer Platz, der von Gebäuden umgeben ist. Sie besitzen einen größere Grundfläche als die Wohnkomplexe im Stadtzentrum und sind mit überdimensional großen Türen ausgestattet. Diese Stadtgebiete wurden von den Spaniern besetzt, wie eine katholische Kirche an der Ostseite des Platzes belegt.

Das religiöse Zentrum der Inkastadt befand sich auf dem sogenannten Tempelberg. Er fällt mit künstlich angelegten Terrassen zum Stadtgebiet ab und wird an den Flanken von Felspartien eingerahmt. Eine Reihe von Treppen führt auf den Berg bis zum höchsten Punkt der Terrassen. Der Tempel unterteilt sich in drei Bereiche. Zentraler Ort ist die sogenannte Wand der sechs Monolithen. Dabei handelt es sich um aufrecht stehende Steinquader aus rotem Granit. Einige Bereiche des religiösen Zentrums blieben unvollendet, was einen Hinweis darauf liefert, dass die Stadt zur Zeit ihrer Eroberung noch nicht vollständig fertiggestellt war. In den angrenzenden Sektoren befinden sich einige Brunnen, aus denen noch heute Wasser aus der Felswand sprudelt. An den steilen Flanken der Berge rund um Ollantaytambo errichteten die Inkas Lagerhäuser aus Felsgestein, die sich in einem bemerkenswert guten Erhaltungszustand befinden. In der großen Höhe herrschten vergleichsweise niedrige Temperaturen und kräftige Winde, die das dort gelagerte Getreide gegen Fäulnis schützten.

Die umfangreiche landwirtschaftliche Nutzung des Urubamba-Flusstales wird an den zahlreichen künstlich angelegten Terrassen deutlich. Sie ziehen sich vom Talboden bis in die Gipfellagen der umliegenden Berge. Die Inkas machten sich die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und ökologischen Voraussetzungen für den Anbau unterschiedlicher Kulturpflanzen zunutze. Die Angehörigen der alten Hochkultur legten ein weitverzweigtes Wegesystem an, das die wichtigsten Städte und Ortschaften miteinander verband. Durch das Urubamba-Tal verläuft eine alte Inkastraße, die Ollantaytambo mit Machu Picchu im Westen und Pisaq im Osten vebindet. Das Baumaterial für den Straßen- und Städtebau lieferten Steinbrüche in der Nähe der Inkastadt. Diese sogenannten Kachiqhata liegen in einer Schlucht über dem Fluss und können besichtigt werden. Der Transport des Materials zu seinem Bestimmungsort erfolgte über ein ausgeklügeltes Netz von Straßen und Rampen. In den Steinbrüchen erheben sich kleine Türme, die den Inka als Begräbnisstätte dienten.

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