Sacsayhuaman - Festung im Norden von Cuzco

Sacsayhuaman gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Inkazeit in Peru. Die Anlage liegt am nördlichen Stadtrand der alten Inka-Hauptstadt Cuzco auf einer Anhöhe.

Sacsayhuaman
Sacsayhuaman - Festung im Norden von Cuzco

Bei den Ruinen von Sacsayhuaman handelt es sich um einen Komplex mit Trockenmauern, die aus einzelnen Felsblöcken bestehen und ohne Mörtel fugenlos aneinandergefügt wurden. Als Teil der Inka-Hauptstadt Cuzco gehört die Anlage auf einer Höhe von 3.500 Metern über dem Meeresspiegel zum Weltkulturerbe der UNESCO. Der Komplex von Sacsayhuaman befindet sich auf einem steilen Hügel über dem Stadtgebiet. Von hier ließ sich das gesamte Tal überblicken und kontrollieren. Von außen erweckt die Anlage den Eindruck eines gewaltigen Verteidigungsbauwerks. Während der spanischen Eroberungskriege im 16. Jahrhundert fanden Hunderte Inka-Krieger hinter den wuchtigen Mauern Schutz. Im Rahmen der bewaffneten Auseinandersetzungen wurde die Festung teilweise zerstört. Später erschütterten Erdbeben die Region von Cuzco und fügten dem Komplex weitere Schäden zu. Heute ist etwa ein Drittel von Sacsayhuaman erhalten und kann besichtigt werden.

Die ursprüngliche Nutzung der Anlage konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Neben dem Verteidigungszweck diente die Anlage vermutlich auch repräsentativen Zwecken. Einige Bauformen im Inneren von Sacsayhuaman deuten auf eine religiöse Nutzung der Anlage hin. Dazu gehören kreisrunde Plätze mit einem Durchmesser von 100 Metern, kleine Mauernischen und steinerne Treppen, die in frei stehende Felsblöcke geschlagen wurden. Darüber hinaus wurden mehrere Lagerräume identifiziert, die bereits von den Spaniern in frühen Aufzeichnungen beschrieben wurden. Damals waren die Kammern mit militärischen Ausrüstungsgegenständen gefüllt. Nach der Eroberung von Cuzco benutzten die Kolonialherren den Komplex als Steinbruch. Die Steinquader wurden als Baumaterial für die Errichtung von Kirchen und Wohngebäuden benutzt. Die Bezeichnung Sacsayhuaman stammt aus der alten Inkasoprache Quechua und lässt mehrere Deutungen zu. Die wahrscheinlichste Übersetzung mit dem Begriff "zufriedener Falke" bezieht sich auf die exponierte Lage der Anlage. Von hier konnte das gesamte Areal der Inka-Hauptstadt überblickt werden.

Zu den besterhaltenen Strukturen in Sacsayhuaman gehören die 600 Meter langen Zickzackmauern, die auf drei Terrassen übereinander erbaut wurden. Die untere Mauer besitzt eine Höhe von neun Metern, die Darüberliegende eine Höhe von 10 Metern und der letzte Mauerabschnitt ist fünf Meter hoch. Als Baumaterial wurden gewaltige Steine verwendet, die aus einem 20 Kilometer entfernt liegenden Steinbruch stammen. Sie wurden vor Ort bearbeitet und fugenlos aneinandergefügt. Der größte Block besitzt ein Gewicht von mehr als 200 Tonnen. In der oberhalb befindlichen Anlage können Sie die Überreste von zwei rechteckigen Türmen und einem Rundturm bewundern, die über ein unterirdisches Gangsystem miteinander verbunden sind. Der Komplex von Sacsayhuaman fällt in mehreren Terrassen zur Stadt ab. Sie sind von einem Netz von Kanälen und Bewässerungsgräben durchzogen, die zur Wasserversorgung und zur Ableitung von Regenwasser angelegt wurden. Auf einem großen Platz hinter den Schutzwällen wird noch heute das alljährlich stattfindende Sonnenfest gefeiert.

Der zeremonielle Charakter der Anlage von Sacsayhuaman wird durch einen kreisförmigen Platz im hinteren Teil des Komplexes unterstrichen. Er liegt unter dem Bodenniveau der Anlage und wird durch einen Mauerring begrenzt. Ein kurzer schmaler Tunnel, der mit seiner Breite jeweils Durchlass für nur eine einzige Person erlaubte, liegt unmittelbar daneben. Darüber hinaus befindet sich in Sacsayhuaman eine Plattform, die Forschern zufolge für astronomische Beobachtungen genutzt wurde. Das größte Rätsel der Anlage besteht in der Art und Weise, wie die mächtigen Steine der Mauern auf das Hochplateau gelangten. Die Inkas kannten weder Rad noch Rollen und die Beförderung der tonnenschweren Felsblöcke muss einen enormen Kraftaufwand und den Einsatz hunderter Arbeiter erfordert haben. Archäologen gehen davon aus, dass für den Bau des Komplexes rund 70 Jahre benötigt wurden. Da schriftliche Überlieferungen der Inkas fehlen, lassen sich diese Aussagen nicht eindeutig überprüfen.

TOP