San Pedro – die älteste Kirche Limas

Die Iglesia San Pedro ist die älteste Kirche in der peruanischen Hauptstadt und gehört gemeinsam mit dem zugehörigen Jesuitenkloster zu den wichtigsten religiösen Komplexen in Lima.

San Pedro
San Pedro - die älteste Kirche Limas

Die Kathedrale und das Kloster San Pedro wurden im 16. Jahrhundert nach der Einrichtung des Vizekönigreiches Peru errichtet. Die Einweihung des Gotteshauses erfolgte im Jahr 1568. Damals war in dem Komplex noch ein Dominikanerkloster untergebracht. Später übernahmen die Jesuiten das Kloster mitsamt der Kirche San Pedro. Zu Beginn war die Kathedrale ein einfaches Gotteshaus, das den Gläubigen als Gebetsort diente. Die Innenausstattung war überaus bescheiden, weshalb die Bewohner Limas Altarbilder zu Verfügung stellten, um den Innenraum auszuschmücken. Auf diese Weise wurden die Sakristei und der Altar wirkungsvoller in Szene gesetzt. Bereits im Jahr 1569 fanden Erweiterungsarbeiten an der Kirche statt und nach mehreren Um- und Ausbauten erhielt die Kathedrale San Pedro im Jahr 1638 ihr heutiges Aussehen.

Die Einweihung erfolgte in Anwesenheit des damaligen Vizekönigs Conde de Chinchon. An der Zeremonie nahmen darüber hinaus 160 Jesuitenmönche teil. Der Bischof übernahm die Segnung des Gotteshauses und taufte die bronzene Glocke auf den Namen Agustina. Später wurde sie durch eine größere Glocke mit einem Gewicht von knapp einer Tonne ersetzt. Lima wurde seit der Stadtgründung mehrfach von Erdbeben heimgesucht, die zum Teil große Zerstörungen im Stadtgebiet verursachten. Die Kathedrale San Pedro überstand aufgrund ihrer soliden Bauart sämtliche Naturkatastrophen nahezu unbeschadet. Im sogenannten Salpeterkrieg im 19. Jahrhundert wurde die peruanische Hauptstadt Lima von chilenischen Truppen besetzt. Als Priester verkleidet, entkam damals der Präsident des noch jungen peruanischen Staates den feindlichen Truppen, indem er sich in der Kirche San Pedro versteckte. Im 19. Jahrhundert wurde die Kathedrale zur Erzdiözese des Schreins des Heiligen Herzens Jesu erklärt. Seit 1878 findet ausgehend von dem Gotteshaus die Prozession des Heiligen Herzens Jesu am letzten Sonntag im Juni jedes Jahres statt.

Die Frontseite der Kirche San Pedro besitzt drei Zugänge, wobei der Eintritt über das Hauptportal erfolgt. Die beiden anderen Türen werden nur zu besonderen religiösen Anlässen geöffnet. Über jeder Tür befinden sich Steinreliefs. Darüber verläuft eine Brüstung mit Holzbalkon. Das Eingangsportal in der neoklassizistischen Fassade wird von zwei Türmen flankiert, die ihren Abschluss in einer achteckigen Spitze finden. Jeder Turm wird im oberen Drittel von einer weiteren umlaufenden Brüstung umgeben. Die Innenräume der dreischiffigen Kathedrale sind prunkvoll verziert. Die Kuppel gilt als eine der schönsten, die in Peru gebaut wurden. Barocke Gemälde und geschnitzte Skulpturen zieren die Sakristei und die zehn Kapellen in der Kirche San Pedro. Durch die großzügigen Fenster der Seitenflügel fällt viel Licht in den Innenraum, das die wertvollen Fresken und Malereien über den gefliesten Sockeln reizvoll in Szene setzt. Der Innenhof der Kirche wird von einem Kreuzgang umschlossen.

In der Kirche San Pedro werden zahlreiche Reliquien und religiöse Artefakte aufbewahrt. Allein in den Katakomben sollen sich die Gräber mit den sterblichen Überresten von 41 Märtyrern und Heiligen befinden. Zu den bedeutendsten Reliquien gehören unter anderem zwei Holzstücke, die angeblich vom Kreuz stammen sollen, an dem Jesus Christus gekreuzigt wurde. Darüber hinaus wird in der Kathedrale ein Dorn aus der Krone des Heilands verwahrt, die dieser am Tag seines Todes trug. Zu den verehrten Relikten gehört außerdem ein angeblicher Schienbeinknochen des Apostels Paulus und ein Kettenglied der Kette, die er bei seinem Gang ins Gefängnis trug. Die religiösen Artefakte sollen aus der Privatkapelle des Papstes stammen. Eine Elfenbeinstatue in Form eines gekreuzigten Jesus Christus war im 16. Jahrhundert ein Geschenk von Papst Pius V. an Don Juan de Austria, den damaligen Befehlshaber der spanischen Flotte und außerehelichen Sohn von Kaiser Karl V.

TOP